Bootsbau nach Bootsbausatz und Bauplan

Mit unseren Bauplänen und Bausätzen kannst du dir dein eigenes Boot bauen. Zur Auswahl stehen Kajaks, Kanadier, Ruderboote, Segelboote, Motorboote und SUPs. Doch wie geht das eigentlich? Nach welchen Bauweisen werden unsere Boote gebaut? Für wen eignet sich welche Bauweise? Wie sehen unsere Bausätze aus, was ist darin enthalten, und wie lässt sich daraus ein Boot bauen?
Das klären wir hier.

Übersicht

Welche Bauweisen gibt es für den Hobby-Bootsbauer, sich ein eigenes Boot zu bauen?

Für Hobby-Bootsbauer*innen gibt es eine Vielzahl von Bauweisen, die sich in Schwierigkeitsgrad, Materialkosten, Zeitaufwand und Werkzeugbedarf stark unterscheiden. Die Wahl der Methode hängt maßgeblich von den handwerklichen Vorkenntnissen und dem gewünschten Bootstyp ab.

Stitch & Glue

Dies ist die beliebteste Methode für Einsteiger*innen, da sie schnell zu lernen ist und keine komplexen Baugerüste erfordert. Prinzip: Passgenaue Sperrholzplatten werden mit Draht verbunden („Stitch“) und die Nähte mit angedicktem Epoxidharz und Glasfaserstreifen dauerhaft verklebt („Glue“). Vorteile: Geringer Werkzeugbedarf, schneller Baufortschritt, leichte und stabile Boote. Ideal für: Kanus, Kajaks, kleine Jollen und Motorboote.

Skin-on-Frame

Eine extrem leichte und kostengünstige Bauweise mit historischem Vorbild (Inuit-Kajaks). Prinzip: Ein leichtes Gerüst aus Holzleisten und Spanten wird zusammengefügt und anschließend mit einem robusten Stoff wie Nylon oder Polyester straff bespannt. Die Haut wird danach wasserdicht beschichtet. Vorteile: Sehr geringes Gewicht, extrem schneller Bau. Ideal für: Traditionelle Kajaks.

Option 1

Stitch & Glue Bauweise

Die Stitch & Glue Bauweise ist eine schnelle, stabile, einfache und dabei kostengünstige Methode, ein Boot zu bauen. Sie hat den Holzbootsbau revolutioniert und Hobbyhandwerker*innen ohne Vorkenntnisse im Bootsbau zugänglich gemacht.

Wasserfest verleimtes Bootsbausperrholz wird nach einem Bauplan zugeschnitten. Bei uns findet dieser Zuschnitt computergesteuert mit der CNC-Fräse statt. Wer nach Bauplan baut, kann ihn auch in Handarbeit z. B. mit der Stich- oder Japansäge vornehmen.

Die so gefertigten Holzbauteile werden mit Kupferdraht vernäht und ergeben die Bootsform, die dann mit Epoxidharz endgültig verklebt wird. Ein anschließender Überzug aus Glasfasergewebe und Epoxidharz schottet das Holz vor Feuchtigkeit ab und macht es mechanisch hoch belastbar.

Das Ergebnis ist ein Fiberglasrumpf mit Holzkern, der einem modernen Kunststoffrumpf in nichts nachsteht, dazu aber deutlich leichter ist. Die edle Holzoptik bleibt dank des transparenten Aushärtens des Glasfaser/Epoxid-Laminats erhalten. Anders als Vollholz arbeitet ein Sperrholzrumpf mit Epoxidbeschichtung nicht, ist dauerhaft wasserdicht und pflegeleicht.

​​In unserem Shop findest du eine große Auswahl an Bauplänen und Bausätzen nach der Stitch & Glue Bauweise für Kajaks, Kanus, Ruderboote, Segelboote, SUP und mehr.

Stitch & Glue Bauweise Schritt für Schritt
Das Gerüst eines Skin-on-Frame Kajaks

Option 2

Skin-on-Frame Bauweise

Im Gegensatz zur recht aufwendigen traditionellen Skin-on-Frame Bauweise mit seinen vielen dampfgebogenen Spanten werden unsere Skin-on-Frame-Boote nach einer „modernen“ Bauweise gebaut.

​Dabei werden wenige CNC-gefräste Spanten durch Bindungen mit Leisten verbunden und ergeben das Gerüst, das dann mit Nylongewebe bespannt wird. Das Gewebe wird abschließend mit einem 1-komponentigen Flüssigkunststoff beschichtet und so wasserundurchlässig gemacht.

Die Boote unserer „modernen“ Skin-on-Frame Bauweise sind sowohl einfach als auch schnell zu bauen, ohne dass dabei Abstriche bei Optik oder Robustheit gemachen werden müssen. Sie sind die leichtesten Boote in unserem Sortiment.

Bei uns findest du eine kleine Auswahl an Skin-on-Frame Kajaks.

Skin-on-Frame Bauweise Schritt für Schritt

Wie funktioniert der Bootsbau mit den Bausätzen und Bauplänen?

Bootsbau nach Bausatz

Ein von uns hergestellter Komplett-Bausatz enthält alles, was du für den Bau benötigst. Dazu gehören die CNC-gefrästen Holzbauteile aus hochwertigem Bootsbausperrholz sowie andere Vollholzbauteile. ​Ebenso enthalten sind Epoxidharz, Glasgewebe und Hardware.

Bei Kajaks und Kanadiern sind auch die Sitze mit dabei – bei Ruderbooten und Segelbooten die Dollen.

Dazu liegt eine ausführliche und illustrierte Bauanleitung bei, die jeden Bauabschnitt detailliert beschreibt.

​Nicht enthalten sind Lack und Verbrauchsmaterialien wie z. B. Mischbecher oder Schleifpapier. Der genaue Lieferumfang der Bausätze wird jeweils am Ende der Beschreibung der einzelnen Boote in unserem Shop aufgeführt.

Als „Bausatz-Bootbauer*in“ kannst du sofort loslegen – du hast alles, was du brauchst.

Alle Bausätze im Shop

Bootsbau nach Bauplan

Wenn du von Grund auf alles selber machen möchtest, ist der Bauplan die richtige Bauoption für dich. Wir haben zwei verschiedene Arten von Bauplänen:

  1. Für die meisten Boote haben wir ​Echtgrößenpläne: Sie enthalten Zuschnitt-Schablonen aller Bauteile des Bootes.
  2. Für einige, wenige Boote gibt es noch Maßtabellen-Baupläne: Diese Pläne bilden nur die kleinen Bauteile des Bootes in Echtgröße ab. Große Bauteile wie Boden- oder Seitenplatten werden anhand von Maßtabellen auf das Holz übertragen (die Bauanleitung erklärt diesen Arbeitsschritt). Diese Baupläne sind Originale unserer Partnerfirma Chesapeake Light Craft und sind mit Zoll-Maßen versehen.

Als Bauplan-Bauer*in besorgst du dir alle Bau-Materialien und das Sperrholz selbst. Dann überträgst du die Schablonen oder Maße aus den Bauplänen auf das Holz und sägst dir Planken und andere Bauteile heraus. Hier ist Präzision gefragt.

Wer ein Boot anhand eines Bauplans baut, sollte Erfahrung in der Holzbearbeitung mitbringen.

Alle Baupläne im Shop

Checkliste

Ist es dein Projekt?

Handwerkliches Geschick

Du musst kein*e gelernte*r Handwerker*in sein oder gar Erfahrung im Bootsbau mitbringen, solltest aber etwas handwerkliches Geschick und vor allem Freude am Basteln mitbringen.

Lust auf neues Wissen

In deinem Projekt wirst du beispielsweise lernen, mit Composite-Werkstoffen (Epoxidharz & Glasfaser) zu arbeiten. Du solltest Lust darauf haben, dich mit Hilfe unserer ausführlichen Anleitung einzuarbeiten.

Werkzeug

Du benötigst kein spezielles Werkzeug, solltest aber über eine Grundausstattung verfügen: Handsäge, Kombizange, Akkubohrer, Klemmzwingen, Hobel, Stichsäge, Maßband, Stichsäge und Exzenterschleifer.

Die Werkstatt

Du brauchst ein bisschen Platz, um dein Boot zu bauen. Nimm Länge und Breite deines Bootes und addiere rundherum einen Meter – das sollte die Werkstatt hergeben.

Wärme

Epoxidharz braucht zum Aushärten Wärme. Ab 10 °C lässt sich unser Epoxidharz verarbeiten; besser sind 15 °C, ideal sind 20 °C. Im Winter sollte deine Werkstatt beheizbar sein.

Zeit

Beispiel: Für den Bau eines unserer Kajakmodelle brauchst du circa 80 Stunden. Für größere Segelboote kannst du auch mit 150 Stunden rechnen.

Hast du Fragen?

Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen und mit dir über dein Bootsbau-Projekt zu sprechen!

Tel. +49 (0)30 20 989 777
kontakt@bergerboote.de